Kraftvolle Antifa-Demo gegen AfD-Wahlkampfauftakt in Neumünster

Mehrere hundert Antifaschist*innen versammelten sich am Samstag, den 5. März 2022  in Neumünster, um den Wahlkampfauftakt der AfD Schleswig-Holstein zu vermiesen. Im Rahmen ihrer bundesweiten Kampage gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen hatte die Rechtspartei zu einer Kundgebung mit Spitzenkandidat Jörg Nobis und der ultra-reaktionären Parteipromi Beatrix von Storch geladen.

Ab Mittag sammelte sich die antifaschistische Demo auf dem Postparkplatz am Bahnhof, zu der lokale antifaschistische und zivilgesellschaftliche Kräfte sowie antifaschistische Gruppen aus Schleswig-Holstein aufgerufen hatten. Zahlreiche Demonstrant*innen waren mit der Bahn aus anderen Städten angereist. Mehrere Dutzend Zugreisende aus Lübeck trafen wegen Streckenprobleme der Bahn erst nach dem Start der Demo in Neumünster ein und stießen erst später dazu. Nach einer Auftaktkundgebung, auf der u.a. Redner*innen aus der Antifa-Kampagne „AfD in die Schranken weisen“ zur Sabotage des rechten Wahlkampfes in den kommenden Wochen aufriefen, zogen über 300 Demonstrant*innen zur Veranstaltung der AfD auf einem abgeschotteten Parkplatz an der Rudolf-Weißmann-Straße am Rande der Neumünsteraner Innenstadt.

Die Demonstration wurde von einem lautstarken und mit zahlreichen Transparenten ausgestatteten Antifa-Block angeführt. Immer wieder wurden Rauchfackeln gezündet, an den Zugängen des Parkplatzes, auf dem sich die AfD hinter Polizeiabsperrungen verschanzt hatte, kam es immer wieder zu Rangeleien zwischen Demonstrant*innen und Polizei. Nachdem der Veranstaltungsort einmal umrundet worden war, lösten die Veranstalter*innen die Demo nach einer Abschlusskundgebung auf. Das Gros der Demonstrat*innen zog anschließend mit einer Spontandemo zurück zum Bahnhof.

Dem Aufruf der AfD Schleswig-Holstein folgten gerade einmal knapp 140 Menschen. Trotz einer auswärtigen Busanreise aus Hamburg fiel der Wahlkampfstart der AfD ohne öffentliche Wahrnehmung und isoliert auf einem nicht einsehbaren Platz ins Wasser. An dieser Bilanz sollten sich Antifaschist*innen im bevorstehenden Wahlkampf orientieren. Einen möglichen Rahmen dafür bietet die just gestartete landesweite Antifa-Kampagne.


Bilder